Thea Hurst, heute wohnhaft in England, wurde am 12.11.1925 in Leipzig geboren.
Der Vater, Chaim Lazar Gersten, ein angesehener Pelzhändler vom Leipziger Brühl, wurde von den deutschen Faschisten ermordet.
Die Mutter Rosa Gersten konnte mit Thea nach England fliehen.
Theas Bruder Adi war schon vorher mit einem Kindertransport nach England gegangen.
Thea erlebte kurz vor ihrem 13. Geburtstag die Reichskristallnacht vom 9. zum 10.11.1938. (Es heißt im Englischen Krystallnight und das Pogrom vom Nov. 1938 war entgegen dem allgemeinen Verständnis nicht das erste Pogrom im faschistischen Deutschland. Es war nur der Höhepunkt einer bis dahin verhängnisvollen Entwicklung. Aber genau deswegen ist der Begriff Reichsprogromnacht nicht ganz richtig, denn es gab derer mehrere.)
Wenig später begann sie ihr Tagebuch zu schreiben, in dem ihre Erlebnisse, Ihre Gedanken und Gefühle bis 1947 verzeichnet sind.
Im Sommer 1939 hat sie gemeinsam mit ihrer Mutter Leipzig verlassen.
Erst nach 60 Jahren war Thea 1999 wieder in der Stadt ihrer Kindheit. Der Grund war eine Einladung des Oberbürgermeisters anläßlich der Jüdischen Woche in Leipzig. Auf Bitten von Frau Dr. Andrea Lorz, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, um Material über Lebensgeschichten, die vom Holocaust betroffen waren, hat Thea eines ihrer Tagebücher hier deponiert.
Im Stadtgeschichtlichen Museum wurden diese Aufzeichnungen danach von Elke Urban, Leiterin des Schulmuseums Leipzig entdeckt, der Kontakt hergestellt und die Herausgabe der Tagebücher (es sind mehrere Schreibhefte) initiiert.
Zur Buchmesse 2002 konnte dann das Werk vorgestellt werden, welches sich nennt:
DAS TAGEBUCH DER THEA GERSTEN.
Dieser Umstand wiederum führte dazu, daß sich viele Menschen um das Buch und um die Autorin scharten und
über Meetings, Buchlesungen, Theateraufführungen von Episoden aus dem Tagebuch und einer Hörspielproduktion durch BBC London einen wesentlichen Teil
ihrer eigenen Geschichte kennenlernten, Thea selber in England eine Schulkameradin wiedertraf und auch der Jugendfreund Philipp, dessen
Familie aus Grimma stammte und der mit einem der Kindertransporte nach England kam, auch das Tagebuch zu lesen bekam, was die
jugendliche Thea nicht zugelassen hat.
Der Londoner Guardian hat im Januar 2003 ausführlich berichtet.